Leseprobe aus check six local or zulu?
Buchtitel
Der Düsen Hubi
In Niederbayern liegt ein verträumter Heeresfliegerplatz namens Straubing. Hubschrauber aller Art treiben hier ihr (Un)wesen. Und die Controller sind natürlich seit vielen Jahren an den typischen Hubschrauberton im Funksprechverkehr gewöhnt. Hubschrauber sind instabile Fluggeräte und schütteln und rütteln je nach Typ mehr oder weniger stark, aber dauernd. Diese Schwingungen übertragen sich unter anderem auch auf die Stimmbänder der Besatzungen. Jeder, der dem Funksprechverkehr lauscht, erkennt sofort an diesem typischen Zittern der Stimme, dem "Hubi-Timbre", wer von den Gesprächspartnern in einem Hubschrauber fliegt. Jet-Piloten haben es allerdings bisweilen zu erstaunlichen Imitationsleistungen gebracht.
Aber zurück nach Straubing. Die idyllische Ruhe auf dem Tower wurde durch einen Anruf über Funk unterbrochen. Mit typischem "Hubi-Timbre" meldete sich die "German Air Force 611" und bat um Genehmigung für einen Übungsanflug in niedriger Höhe; als derzeitige Position wurde ein Punkt in Verlängerung der Landebahn etwa zwölf Meilen außerhalb gegeben. Der an Ruhe und Beschaulichkeit gewohnte Controller schloß messerscharf, daß der Hubschrauber noch einige Minuten brauchen würde, um diese zwölf Meilen zu überwinden, gab die geforderte Genehmigung und schüttete sich genüßlich noch eine Tasse Kaffee ein. Sekunden später schoß ein "Starfighter“ der Luftwaffe dicht am Tower vorbei. Die gerade eingegossene Tasse Kaffee fiel dem jäh aus der Beschaulichkeit herausgerissenen Controller aus der Hand und auf die Hose. Reflexartig griff der genervte Mann zum Mikrophon und schrie der F-104 G wutentbrannt hinterher: "Unbekannte F-104, Sie verletzen ohne Erlaubnis die Kontrollzone Straubing, wie ist Ihr Rufzeichen?"
Antwort (wieder mit Hubi-Timbre): "German Air Force 611."